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Die neue Realität an den Märkten - man muss nicht alles verstehen

Die Aktienmärkte nähern sich an ihre Höchststände, oder haben diese bereits erreicht. Rohstoffpreise sind im freien Fall.

Der Coronavirus breitet sich noch immer aus und China steht deswegen still.

Wenn man sich die Kursentwicklungen der letzten Tagen ansieht, dann kann man schon ins Staunen geraten. Die #Börsen geben wieder Vollgas (obwohl Tesla gerade abschmiert). Der Coronavirus hält China noch immer im Griff, die Infiziertenzahlen steigen noch immer, und weite Teile des Landes sind unter Quarantäne. Wobei es anscheinend viele Wissenschaftler gibt, die die offiziellen Zahlen, die aus China gemeldet werden, bezweifeln. Mein Bauchgefühl stimmt dem zu, da Statistiken aus einem autoritär geführten Land ja immer mit Vorsicht zu genießen sein sollten. Das ganze erinnert mich an eine Szene aus der Serie "Tschernobyl", wo nach dem Reaktorunfall die Radioaktivität gemessen wird. Die Ingenieure schauen auf den Geigerzähler und sagen, alles halb so wild, die Strahlung ist zwar hoch, aber nicht so schlimm. Was sie nicht bedachten war, dass der Zähler bereits das Messlimit erreicht hatte, aber die tatsächliche Strahlung sehr viel höher lag. Da aus China fast täglich ca. 3.000 Neuerkrankungen gemeldet werden, beschleicht mich fast das Gefühl, dass es einfach nicht genug Testmöglichkeiten gibt, um alle Fälle tatsächlich zu erfassen...


Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, wurde die gesamte Provinz Hubei (60 Mio. Einwohner) und die Provinzhauptstadt Wuhan (11 Mio. Einwohner) abgeschottet. Stellen Sie sich mal vor, was los wäre, wenn ganz Frankreich im Lock-down ist. Die ökonomischen Auswirkungen werden signifikant sein, wenn dieser Zustand noch länger andauert. Die Zahl der Firmen, die bereits Warnungen veröffentlicht haben, dass negative Impacts auf ihre Umsatz- und Gewinnzahlen zu erwarten sind, steigt täglich. Das hat einerseits mit den Auswirkungen auf die Zulieferkette zu tun (Halbleiter,- Auto-, Konsumgüter, Electronicsindustrie) und andererseits mit dem Ausbleiben der chinesischen Konsumenten zu tun. 


Als Beispiel kann ich L´Oreal, Estee Lauder, Adidas, Nike, Tesla, alle möglichen Halbleiterhersteller, etc nennen, die in den letzten Tagen solche Meldungen veröffentlicht haben. Mehr werden folgen. Besonders interessant habe ich die Kursentwicklung der Casinobetreiber (v.a. Sands und Wynn) gefunden, die auf Macau tätig sind und einen Großteil ihrer Gewinne dort lukrieren. Macau hat angeordnet, dass die Casinos für mindestens 2 Wochen geschlossen bleiben müssen. Außerdem war schon davor der Besucherzustrom um 80% geringer als sonst... Die Auswirkungen auf den Aktienkurs? Fast null. Nur die Fixkosten lösen sich leider nicht in Luft auf, nur weil die Casinos geschlossen sind. 


Wie lautet nun meine Markteinschätzung dazu? 


Ich sehe die Kursanstiege sehr skeptisch. Ich habe das Gefühl, dass wir in einer kritischen Lage sind wo:


a) der Dip wie wahnsinnig gekauft wird und die Indizes nach oben geprügelt werden

b) negative Meldungen über die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die GuV der Unternehmen komplett ignoriert werden

c) man davon ausgeht, dass der Staat oder die Nationalbank schon wie üblich zur Rettung eilen wird und die Geldschleusen öffnen.


Derzeit wäre ich mit großer Euphorie daher vorsichtig - das schlimmste ist nicht ausgestanden und die Volatilität wird weiter hoch bleiben.


Meine Trades: 

Short auf DAX, da ich die deutsche (Export)Wirtschaft als besonders anfällig für Probleme mit China halte. Einerseits kommen viele Vorprodukte aus China und andererseits werden viele Maschinen nach China verkauft.

Short (sehr kleine Position) auf Wynn Resorts, da ich davon ausgehe, dass die Casinos länger als gedacht geschlossen bleiben.

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