• Aktien22

Die tägliche Achterbahnfahrt – ein Blick auf die Märkte und die Wirtschaft

Die Volatilität der letzten Tage war nichts für schwache Nerven. An den US #Börsen sind im DOW nun tägliche 1.000-Punkte-Ausschläge schon fast normal geworden. Solche Phasen kommen vor – wenn auch nur sehr selten. Wer jährliche Preissteigerungen von 20-30% an den Börsen in Zeiten einer eher mauen Wirtschaftsentwicklung als normal ansieht, der darf sich eigentlich auch nicht wundern, wenn es auch mal 20% in den Keller geht.



Was sind nun die Auslöser, für diese Volatilität? Kurz gesagt, der Coronavirus ist es nicht unmittelbar. Er ist aber ein Scheinwerfer, der das Licht auf die Exzesse und Kapitalfehlallokationen der Vergangenheit richtet. In den letzten Jahren haben sich die Markteilnehmer einerseits auf die Zentralbanken verlassen, die zur Rettung der Hausse bereit standen. Andererseits wurde Aktienpreisentwicklungen akzeptiert, die von den Fundamentaldaten der Unternehmen immer mehr entkoppelt waren (z.B. Tesla, Wasserstoffsektor, teilweise Chiphersteller). Wenn man dann in die Gleichung noch exzessive Risikobereitschaft und gehöriges Leveraging wirft, dann hat man das Rezept zum Börsekrach.


Was mir jedoch Sorgen bereitet, ist die aktuelle Verfassung der Weltwirtschaft. Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass vor einem Monat Ökonomen noch geglaubt haben, dass der Coronaimpact zeitlich und auf China begrenzt sein wird und, dass die Wirtschaft eine „V-Entwicklung“ (kurzer Einbruch, starke Erholung) nehmen wird. Mittlerweile ist diese Einschätzung so alt wie der Schnee vom Dezember.


Wir erleben eine massive Beeinträchtigung des personalintensiven Tourismussektors. Airlines streichen Flugverbindungen, Kongresse werden abgesagt, Reisen werden storniert. Das wird sich beträchtlich auf die Beschäftigungssituation im Tourismus auswirken. Außerdem habe ich mir vor einigen Tagen die Headlines bezüglich Stellenabbauprogrammen angesehen. Jeden Tag kommen neue dazu. In Österreich sind das Swarovski, Andritz, Flughafen Wien, Austrian Airlines, etc. Die Liste wird länger. Und dann beginnt das Karussell sich zu drehen: mehr Arbeitslose, weniger Nachfrage, mehr Einsparungsprogramme, uns so weiter. 


Nachdem das System Wirtschaft nicht aus Kurven, Diagrammen und Indikatoren, sondern im Endeffekt aus Handlungen von Individuen besteht, ist der psychologische Aspekt der aktuellen Krise nicht zu unterschätzen. Und derzeit sind wir im Panikmodus. Das führt dazu, dass immer neue Feedback Loops entstehen, deren Dynamiken kaum vorhersehbar sind. 


Dazu kommt noch, dass die Tools, die die Zentralbanken zur Verfügung haben, nicht mehr so effizient sind wie früher (ehrlich, wen lockt eine Leitzinssatzsenkung um 0,5% noch hinter dem Ofen hervor) oder uns weiter in unkartiertes Territorium bringen (Quantitative Easing 3.0/direkte Aktienkäufe)


Meine Trades


Meine Analyse vom 06.Februar (Link:"Man muss nicht alles verstehen") war spot on, wie man so schön sagt. Mein Short auf den #Dax hat sich prächtig entwickelt und auch der Short auf Wynn Resorts war ein absoluter Treffer. 

Am Freitag, 06.03., bin ich eine Put-Position auf #LVMH und (bitte nicht für verrückt halten) einen Call auf den S&P mit kurzer Restlaufzeit eingegangen. Beim Call bin ich derzeit bei +-0, aber das wird nur eine sehr kurzfristige Spekulation, die das Ende der Woche nicht erleben wird. Bei LVMH sieht die Lage anders aus, da ich denke, dass besonders das Luxusgütersegment unter der aktuellen Situation leiden wird. Man denke an die leeren Flughäfen, in denen immer weniger Businessreisende sind, die fehlenden Konsumenten aus China, Italien unter Quarantäne etc. Diese Faktoren sind meiner Meinung nach noch nicht vollständig eingepreist.


Aber das sind nur meine (wenigen) kurzfristigen Tradingpositionen und ich kann wie immer nur betonen, dass das minimale Anteile meines Portfolios sind, wo ich auch einen Totalverlust verschmerzen kann.

Bei meinem langfristigen Investmentportfolio habe ich folgendes gemacht: nichts. Hier sind nämlich Firmen drinnen, von deren Geschäftsmodell ich überzeugt bin und die eine solide Bilanzstruktur aufweisen. Damit kann man auch den wilden Marktbewegungen gelassener entgegen sehen.

1 Ansicht
  • Twitter Social Icon

© 2023 by Phil Steer . Proudly created with Wix.com

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now