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Made in Austria: Dynatrace


In meiner neuen Serie stelle ich euch spannende Unternehmen aus Österreich vor, die in ihrem Bereich Marktführer und weltweite Hidden Champions sind. Von einigen Firmen habt ihr mit Sicherheit schon Produkte verwendet. Oder Komponenten, die diese Firmen herstellen, sind in Geräten verbaut, die ihr benutzt. Bei manchen Firmen werdet ihr überrascht sein, dass diese entweder aus Österreich kommend oder hier ihren Ursprung haben.


Den Beginn macht Dynatrace, ein innovatives Unternehmen im Bereich SaaS - genauer gesagt im Bereich Application Performance Management (APM)


Dynatrace wurde 2005 von Sok-Kheng Taing, Hubert Gerstmayr, Bernd Greifeneder (heute noch als CTO an Board) in Linz gegründet. Relativ rasch erfolgte der Sprung über den großen Teich indem offiziell der Firmensitz in die USA verlegt wurde. Was mich aber sehr freut ist die Tatsache, dass das Unternehmen einen neuen Standort in Linz für bis zu 500 Mitarbeiter baut und hier auch einen großen Teil der Entwicklung macht.


Usprünglich hat sich das Unternehmen auf Application Performance Management (APM) spezialisiert. Das heißt, mit Hilfe der Lösungen von Dynatrace konnten andere Firmen ihre eigene Softwareperformance monitoren. Mittlerweile ist man auch im Bereich Cloud und AI tätig. Auf die Details werde ich hier verzichten, da würde ich als Volkswirt nicht so gut aussehen. Wenn ihr mehr Details dazu wollt, findet ihr hier den Link mit der aktuellsten Unternehmenspräsentation bzw. hier ist auch ein interessanter Artikel, wo die Software genauer beschrieben wird.


2019 erfolgte das erfolgreiche Debut an der NYSE (Ticker: DT/ISIN US2681501092), wo man mit einem Preis von USD 26 im August notierte. Akutell (20.06.2020) steht der Kurs bei USD 41,80.


Was mich bei der Firma fasziniert, ist die Kundenliste, die Anwendungen von Dynatrace nutzen. Da ist wirklich das Who is Who aus den verschiedensten Branchen anwesend, was für mich auch ein Zeichen ist, dass Dynatrace eine Lösung entwickelt hat, die in den unterschiedlichsten Bereichen einen Mehrwert liefert. Außerdem mag ich Firmen, die eine diversifizierte Kundenbasis haben.


Hier ist ein Screenshot aus der aktuellen Unternehmenspräsentation (Stand Mai 2020). Mehr muss ich dazu nicht mehr hinzufügen.


Was sofort ins Auge sticht ist das rasante Wachstum. Innerhalb von zwei Jahren konnte der Umsatz mehr als verdoppelt werden und die Kundenanzahl stieg knapp um das fünfache.


Das sind Fakten, die ich bei meinen Investments suche und die Dynatrace erfüllt:


1: zukunftsträchtige Branche

2: starkes Wachstum

3: Innovation


Als Saas Provider hat das Unternehmen eine Bruttomarge von 83% und eine sehr hohe Quote an wiederkehrenden Umsätzen, nämlich 89% - und diese wachsen auch noch stark, wie aus der obigen Grafik deutlich wird, und mittlerweile liegt man bei TUSD 222 ARR pro Kunde! Das Unternehmen ist auf GAAP Basis nicht profitabel, was aber für Player in diesem Segment keine Ungewöhnlichkeit ist, und hauptsächlich auf üppige Aktienvergütungen nach dem Börsegang (gefällt mir nicht so) zurückzuführen ist.


Im aktuellen Quartalsbericht wird auch noch das Adjustet EBITDA mit USD 140 Mio. angegeben - aber ganz ehrlich, diese AEBITDA Kennzahlen beachte ich nicht, da für mich nicht ganz klar ist, was Firmen hier herausrechnen und für mich ist das nur eine Art des Windowdressing, die aktuell leider weit verbreitet ist. Kosten sind Kosten und die werden im Ergebnis reflektiert. Punkt.


Die Nettoverschuldung liegt bei USD 297 Mio., was angesichts der uFCF (wieder so eine angepasste Kennzahl) von USD 150 Mio. als OK erscheint.


Wagen wir noch einen kurzen Blick auf das Chartbild. Hier kam es am 16.06. zu einem Ausbruch aus der Seitwärtskonsolidierung und mit einem Sprung auf ein neues ATH. Der richtige Wumms beim Volumen war es nicht und man wird sehen, ob das ein Fehlausbruch war, oder ob er bestätigt werden kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Dynatrace ein stark wachsendes Unternehmen ist, das in einem zukunftsträchtigen Gebiet (Cloud, AI) tätig ist. Das Bilanzbild ist durch den Börsegang noch etwas getrübt, mehr Klarheit kommt dann mit dem nächsten Jahresabschluss.





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