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Marktphasen - Boom and Bust

Heute möchte ich über die Übertreibungen sprechen, die sich an den Börsen von Zeit zu Zeit ergeben. Die Urmutter aller Börsencrashes ist ja die "Tulpenmanie", die in den 1630ern in Amsterdam ausgebrochen ist und 1637 ihr abruptes Ende gefunden hat. Die Geschichte kennt jeder, und Tulpen sind mittlerweile ein weniger gefragtes Investitionsgut.

Aber heutzutage kann man andere Themenbereiche erkennen, die ähnlich wie die Tuplenzwiebeln gehypt werden, nur um dann doch am Boden der Realität zu landen-

Was sich nämlich im Laufe der Jahrhunderte nicht geändert hat, ist die menschliche Tendenz zur Gier und dem Überbordwerfen aller Rationalität, wenn es um Börsenspekulationen geht. Die Betonung liegt auf Spekulation, im Vergleich zu langfristigen Anlagestrategien, wo es um die sorgfältige Auswahl an Unternehmen geht.


Befeuert durch die offenen Geldschleusen, können wir gerade mehrere Bereiche sehen, die sich meiner Meinung nach von der Realität abgelöst haben und wo die Chancen/Risiko-Relation keinen Sinn mehr macht.


Hier folgt eine kurze Auflistung:


1. Kryptowährungen (darin bin ich kein Spezialist, daher werde ich auch nicht weiter drauf eingehen. Aber sinnerfassend hat mit noch niemand den reellen Mehrwert einer Kryptowährung erklären können)


2. E-Mobilität (hier vor allem Tesla)


3. Wasserstoff

Eines gleich vorweg: ich meine damit natürlich nicht, dass E-Mobilität oder auch Wasserstoff unsere Zukunft nicht entscheidend prägen werden. Davon gehe ich sogar stark aus, denn die De-Karbonisierung muss Realität werden. Aber in den aktuellen Kursniveaus einiger Player ist hier natürlich schon sehr viel Zukunftsphantasie miteingepreist.


Ein Beispiel ist Ballard Power, ein Hersteller von Wasserstoffzellen aus Kanada. Im Sommer des Jahres hat die Wasserstoffrakete den Nachbrenner gezündet und seit dem ging es von USD 4,50 (am 30.08.2020) auf Stand heute USD 11,36. Das macht eine Marktkapitalisierung von USD 2,65 Mrd. bei einem Umsatz in den ersten 3 Quartalen 2019 von USD 64,4 Mio. Und dabei ist der Umsatz auch noch im Jahresvergleich um 5% zurückgegangen...

Was noch mehr weh tut ist der Rückgang der Bruttomarge von 33% auf 22%, was mit einem margenschwächeren Produktmix erklärt wird. Der Verlust lag bei mehr als  USD 28 Mio.


In der Zwischenzeit hat es einige Aufträge gegeben, um Busflotten mit Wasserstoffzellen auszurüsten, was natürlich positiv ist. Der Kursanstieg ist aber zu stark, da man derzeit auch nicht abschätzen kann, was vom Aufragseingang einerseits zeitnah verbucht werden kann und was davon dann im Endeffekt auch wirklich hängen bleibt. Die Jahreszahlen werden Anfang März veröffentlicht und es würde mich nicht wundern, wenn es danach zu einer stärkeren Korrektur kommen würde.


Würde ich darauf spekulieren? Mal sehen, wie sich die Aktie bis dahin weiterentwickelt.

Persönlich finde ich, dass man in einem Portfolio auch einen (sehr) geringen Anteil an spekulativen Positionen halten kann. Man muss nur mit einer hohen Volatilität und einer hohen Ausfallswahrscheinlichkeit leben können. Ich begrenze das Exposure meiner spekulativen Positionen mit max. 5% des Gesamtwertes meines Portfolios.

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